Hochkalter, Berchtesgadener Alpen

Die Tour zum Hochkalter habe ich   am 25. Juni fast und am 27. Juni 2011 komplett gemacht.

Am 23. Juni hat ein sehr starker Sturm sogar den Zugverkehr zwischen Rosenheim und Berchtesgaden lahmgelegt. Es goss aus dem Eimer, als ich an diesem Tag in Ramsau bei Berchtesgaden ankam. Am 24. Juni hat nicht mehr so stark geregnet, es war aber kalt, nass und die Wolken hingen bis unten im Tal. Ich konnte nichts unternehmen. Am 25. Juni (Sa) war das Wetter kaum besser, der Regen schien aber aufgehört zu haben. Um 5.45 Uhr startete ich deshalb Richtung Hochkalter, obwohl ich fast sicher war, dass das Wetter es mir nicht erlauben wird den Gipfel zu erreichen. Und so war es auch. Ich konnte nur bis zum Füße des Kleinkalters (2.513m) kommen. Wind, eisige Temperatur, Frostgraupel und vor allem, die extrem schlechte Sicht, hielten mich davon weiter zu gehen. Ich habe also kehrtgemacht.

 

Am 26. Juni (So) hat es wieder angefangen zu regnen. Noch ein Tag verging ohne dass ich auch nur einen Spaziergang machen konnte. Der Wetterbericht versprach inzwischen schon seit drei Tagen besseres Wetter, davon war aber nichts zu sehen. Endlich am Montag, 27. Juni, wurde der Himmel klar. Ich entscheid spontan frei zu nehmen (zum Glück ging das problemlos) und machte mich wieder auf den Weg von Ramsau zum Hochkalter. Das Wetter war nicht nur sehr schön, aber auch sehr heiß und das hatte Wirkungen auf meinem Kreislauf – ich war deutlich langsamer. Eine fixe Idee bohrt sich aber tief ins Hirn und lässt einem keinen Frieden mehr. Seit zwei Jahren wollte ich den Hochkalter besteigen und wenn ich mir etwas in den Kopf setzte, dann ich bin davon nicht mehr abzubringen. Ich ging also weiter und erreichte völlig erschöpft den Gipfel gegen 13.00 Uhr.

Der Hochkalter war die allerstes Tour, die ich 2011 gemacht habe und bis dato die anspruchsvollste überhaupt. In Zahlen ausgedruckt, lässt sich meine (fast) doppelte Tour so zusammenfassen:

Ramsau (Kirche): 670m, Hochkalter: 2.607m, Kleinkalter: 2.513m.

Höhenmeter am 25.Juni: 3.680↑↓, Zeitbedarf 11 Std.

Höhenmeter am 27. Juni: 3.870↑↓, Zeitbedarf 15 Std.

Abstieg wie Aufstieg. (Den Weg durch den Ofental hat mich nicht gereizt wegen der Geröllfelder. Lieber ein paar Wände abklettern, als im Geröll sich die Knöchel verrenken.)

Im Abstieg, zwischen Kleinkalter und Rotpalfen habe ich eine lange Pause gemacht, meine Füße in einem Schneefeld gekühlt und ein Aspirin genommen. Gut, dass ich zu dieser Zeit nicht wusste, dass man in dieser Höhe kein Aspirin nehmen darf, sonst hätte ich das nicht gemacht und mit Kopf- und Sohlenschmerzen den Abstieg fortgesetzt. Manchmal ist es gut, weniger zu wissen.

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