Kastenkopf (2.129m) und Schrecksee (1.813m), Zelten in den Allgäuer Alpen

IMG_2011-auf-dem-Kastenkopf Tourdatum: 18.-19. Oktober 2014

Ich stand bisher vier Mal auf dem Kastenkopf. Mit der letzten Tour ist mir etwas gelungen, wonach ich mich lange Zeit ersehnt habe: auf einem Gifpel bei Dunkelheit und vor dem Sonnenaufgang zu stehen. So ist es dazu gekommen, dass die Wiederholungen drei und vier des (für uns) wenig anspruchsvollen Kastenkopfs beide binnen 24 Stunden erfolgt sind.

Sicherlich ist der Kastenkopf (an dem wunderschönen Schrecksee vorbei) nicht schwer zu finden, dennoch ich erinnere mich an die Zeiten, wo ich so wenig über die Alpen wusste, bzw. ich wusste gar nicht wie und wo ich das Thema überhaupt anfassen soll, dass ich dankbar für jede Information war, die mir in dem Wirrwarr der Möglichkeiten erlaubte, eine für mich passende Tour zu finden.

 

Und so einfach der Kastenkopf sein mag (vielleicht die einfachste Tour, die ich je gemacht habe) ist es doch hier passiert, dass ich mir bei der ersten Begehung (Herbst 2010 war das), im Abstieg, gleich nach dem Schrecksee, das Steißbein gebrochen habe. Ich bin einfach gerutscht und reflexartig mit den Händen die Kamera am Hals festgehalten um sie zu schützen, statt den Rutsch zu bremsen und meinen Hintern zu schützen. Anschließend musste ich über 1.000 Hm mit einem gebrochenen Steißbein und ohne Wanderstöcke absteigen (damals gehörte ich zu den Puristen, die ohne alles in die Berge gehen – ohne Sonnenschutz, mit wenig Wasser, ohne Kopfbedeckung – tue ich allerdings auch heute nicht – und, wie eben gesagt, ohne Wanderstöcke), anschließend 2,5 h Stunden Fahrt nach Stuttgart. Die Röntgenaufnahme am Tag danach zeigte ein von der Wirbelsäule getrenntes Steißbein, das nur am unteren Ende noch mit der Wirbelsäule gebunden war. Mein Glück, hätte sich der Knochen komplett getrennt (und der Abstieg vom Schrecksee ist sehr abrupt und ich hatte ja auf dem Rücken noch einen Ruckssack), dann wäre eine OP notwendig gewesen.

Wir haben Glück gehabt an diesem Oktober-Wochenende (18.-19.) im Herbst 2014. Das Wetter war sehr mild, die Temperaturen sind während der Nacht nicht unter 0 Grad gesunken, und – das Wichtigste – es gab sonst niemand, der an diesem Samstag auf die Idee kam hier zu zelten. Denn die Ufer des Schrecksees sind sehr feucht und viele Zeltplätze gibt es nicht, es wird sehr schnell knapp mit den Möglichkeiten.

Das Wasser haben wir aus einem in den Schrecksee mündenden Bächlein geholt, dennoch gefiltert und dann für Essen und Tee sowieso gekocht.

Die Eckpunkte der Wanderung sind: Talort: Hinterstein (Parkplatz am Ortsausgang), hinter Bad Hindelang. Wer kein Auto hat, muss mit dem Zug nach Oberstdorf (oder nach Sonthofen) und von dort den Bus nach Bad Hindelang nehmen, dort umsteigen und mit einem anderen Bus weiter nach Hinterstein fahren. Klingt umständlich, ich habe es oft gemacht in den Jahren bevor ich Matthias kennengelernt habe und auf die DB angewiesen war.

Weitere Eckpunkte sind: Überquerung einer Wiese an dessen Ende noch der Willersbach überquert werden muss, dann weiter über die Wiese bis zur  Fahrstraße, die an dem Giebelhaus  (hier lässt sich vor allem nach dem Abstieg ein gutes Essen genießen) vorbei fährt, dieser Fahrstraße folgt man weiter bis zum Elektrizitätswerk. Insgesamt ca. 45 Minuten braucht man für diese ebene Strecke. Der Aufstieg beginnt am Elektrizitätswerk. Insgesamt braucht man vom Parkplatz bis zum Schrecksee, selbst bei voller Ausrüstung mit Zelt & Co. um die 3,5-4 Std. Vom Schrecksee bis zum Kastenkopf sind noch ca. 45 Minuten. Mit ein bisschen Kraxel und Ausgesetztheit im Gipfelbereich muss man schon rechnen, weshalb Matthias bei der nächtlichen Begehung mich ein bisschen irritiert nach „dem Sinn der Sache“ gefragt hat, dazu noch mit der Anmerkung: „hier rutscht man nur einmal!“. So ist es auch, aber nach zwei Begehungen kannte ich den Weg schon sehr gut, außerdem hatten wir ja gute Stirnlampen.

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