Hintere Ölgrubenspitze, 3.295m, Ötztaler Alpen

Tourdatum: 20.07.2018

Talort: Mittelberg, nach Mandarfen, Parkplatz: Pitztaler Gletscherexpress

Stützpunkt: Taschachhaus, 2.434m

Ich war ein bisschen entsetzt, als ich an einem Donnerstag Nachmittag auf das Taschachhaus ankam und eine an allen Nähten platzende Hütte fand, die bei einer Kapazität von 140 an diesem Tag 170 Gäste beherbergte. Ich hatte erst am Tag davor (am Abend!) reserviert und machte mir Hoffnung auf ein Mehrbettzimmer, stattdessen bekam ich den allerletzten Platz im Winterhaus. So schlimm war das aber  wiederum nicht (bis auf die Socken eines Lagernachbares, oder vielleicht waren nicht seine Socken sondern eine tote Ratte, die er irgendwo unter seinen Kleidern versteckt hatte. Wäre ich nicht ein auf Sauerstoff angewiesenes Wesen, hätte ich die Ohrstöpsel aus den Ohren herausgenommen und in die Nasenlöchern gesteckt). Umso größer war am nächsten Tag meine Verwunderung, als ich am Ende der Tour feststellen musste: Ich war die ganze Zeit alleine unterwegs. Niemand wollte auf die Hintere Ölgrubenspitze, die stiefmütterlich mit einem armseligen aus dünnen, gebrochenen Holzstücken gebastelten Kreuz geschmückt war. Erst als ich im Abstieg war, kam mir entgegen eine Frau, die sich anschickte den Verbindungsgrat zwischen Ölgrubenjoch und Gipfelaufbau zu erklimmen. Die Tour ist landschaftlich sehr schön, vor allem ab dem See unterhalb des Ölgrubenjochs. Die Sicht vom Gipfel ist atemberaubend. Technisch gilt es an zwei Stellen am Anfang des Verbindungsgrates ein bisschen zu kraxeln (I), steil aber nicht ausgesetzt. Nach dem Verbindungsgrat kommt nur noch Gehgelände, steil und ziemlich anstregend (na ja, so ganz anstregend muss es nicht unbedingt sein, ich hatte aber neben der Kamera, noch ein Objektiv, viel Zubehör und das Stativ dabei).

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